Saturday, November 23, 2013

Does climate change cause typhoons?



Wider die Panikmache bei Taifunen, Hurrikane und anderen Klimaängsten.

Im LW-Leitartikel vom 15. November gibt Herr Claude Feyereisen dem Klimawandel sowie den Menschen als  dessen Verursacher die Schuld am Taifun Haiyan, der mehreren Tausend Menschen auf den Philippinen das Leben kostete und Abertausende obdachlos machte. Aber wo sind seine Beweise?
Der Hungerstreik von Yeb Sanio, dem philippinischen Vertreter bei den Klimaverhandlungen, ist herzbrechend als Ausdruck seiner Verzweiflung über die Tragödie in seiner Heimat. Doch ist dies kein Beleg über den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Taifunen.
Herr Feyereisen beruft sich auf den Bericht der Organisation Germanwatch. Was er nicht erklärt,  vielleicht auch nicht weiß, ist die Tatsache, dass Germanwatch eine politische Lobbyorganisation ist,  und mitnichten ein Expertengremium. Germanwatch notiert Wetterextreme, registriert deren menschlichen Auswirkungen und direkten ökonomische Verluste. Auf ihrer Web-Seite gesteht die private Organisation ein: „Wenngleich die Auswertungen über die Schäden
und Todesopfer keine Aussage darüber erlauben, welchen Einfluss der Klimawandel bereits bei diesen Ereignissen hatte, so lässt sich doch ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten zeichnen.“
Welche Erkenntnis! Dass der Mensch oft hilflos ist gegenüber Naturereignissen ist Teil der Menschengeschichte. Lang ist die Liste der klimatischen wie geologischen Ereignisse, die über Jahrtausende hinweg ganze Städte, ja ganze Zivilisationen hinweggerafft haben. Eiszeiten wechselten sich ab mit wärmeren  Perioden, die Sahara war mal grün, mal eine Wüste, und in der mittelalterlichen Wärmeperiode war Grönland ein grünes Land, wo Wikinger Tiere züchteten.
Neu ist bloß, dass heute jedes Wetterextrem, ob Hitze- oder Kältewelle, Dürre oder Sturmflut, der alleinigen Tätigkeit der Menschen zugeschrieben wird. Eine ganze Armee von „Experten“, Professoren, spezialisierte Wissenschaftler und privaten NGO’s (wie Germanwatch, Greenpeace und Co) lebt davon, sich in düstersten Prognosen für die Menschheit zu üben.
Wenn man weiß, dass es jeden Tag um den Globus rund 50.000 (wir wiederholen: 50.000) Gewitter und ähnliche Wetterereignisse gibt, kann man sich nur wundern, dass Germanwatch nicht mehr Schäden registriert. Zumal mit wachsender Weltbevölkerung und größerem materiellen Wohlstand die zerstörbaren Sachwerte zunehmen. Die wachsende, oft wilde Urbanisierung in sturm- oder flutgefährdeten Gebieten ist ein Indikator für menschlichen Unverstand, nicht für zunehmende Orkantätigkeit bedingt durch Klimawandel.
Erst seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und der Einführung der Messungen durch Satelliten  gibt es halbwegs gesicherte Angaben über die Klimaentwicklung, die Temperaturen der Ozeane, die Eisdecken über Artik, Antarktis, Grönland, Himalaya usw. Das mindeste was man sagen kann, ist dass diese Daten nicht übereinstimmen mit einem Katastrophenszenario.
So gab es dieses Jahr zwar eine Rekordschmelze des Packeises um den Nordpol, doch gleichzeitig maß die NASA eine Rekordausdehnung des Packeises um den Südpol, über dessen Erdschild die Eismassen anwachsen. Nunmehr wird gemeldet, dass sich ein Eisschild von der Größe Manhattans losgelöst hätte und zu einer Gefährdung der Seefahrt im Pazifik werden könnte. Vor zwei Jahren war es ein Eisschild „von der Größe Luxemburgs“, das sich vom antarktischem Kontinent ablöste. Seitdem hat man nichts mehr vom „luxemburgischen“ Eisberg gehört.
Für den Himalaya gibt es ebenfalls Entwarnung. Eine von der EU-Kommission finanzierte Studie durch ein von IPCC-Chef Pachauri  präsidiertes indisches Institut kam zur Schlussfolgerung, dass die im 4. Klimabericht des IPCC vorhergesagte Gletscherschmelze unzutreffend sei. Wenn auch eine gewisse Schmelze in einigen Teilen des Massivs stattfände, würde in anderen Teilen  des Himalaya die Gletschermasse zunehmen.
Vor allem hat das durchschnittliche Klima der Erde seit nunmehr 15 Jahren sich nicht nennenswert erhöht, obwohl die CO2-Konzentration die 400  ppm-Schwelle überschritten hat. Auch wenn Klimamodelle zeitweiligen Stillstand durchaus vorhersagen, muss man sich fragen: Wie lange darf die Realität nicht mit der Theorie übereinstimmen?
Der neueste Klimabericht des IPCC ist deshalb vorsichtiger geworden, selbst  wenn die Hauptschlussfolgerung bleibt, dass die menschlichen Aktivitäten eine zunehmende Auswirkung auf den immerwährenden Klimawandel habe.
Zu dem Zusammenhang zwischen Klimawandel und Taifuntätigkeit, die im „Wort“-Leitartikel als bewiesen dargestellt wird, drücken sich die UN-Experten viel differenzierter aus.
Im offiziellen Bericht vom UN-Aussschuss für Klimawandel geht die Rede von “low evidence of increases in intensive tropical cyclones regarding human impact on historical storms and on future storms for the first half of the 21st century” (Seite 5 des “Summary for Policy Makers, WG1 to Fifth Assessment Report of IPCC”).
Die Weltorganisation für Meteorologie  schreibt in ihrem  Zwischenbericht zu 2013: „einzelne tropische Wirbelstürme (können) nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden“, doch „machen höhere Meeresspiegel die Küstenbevölkerung anfälliger für Sturmfluten“.
Selbst wenn die Weltmeere millimeterweise anschwellen, ist dies keine Erklärung für die zerstörerische Wucht des Taifuns Haiyan, insbesondere in der Tacloban-Bucht, die wie ein Flaschenhals wirkte für die 5 bis 6 Meter hohen Wellen, welche der herannahende Taifun vor sich her drückte. Wäre der Landfall des Taifuns an einer anderen Stelle gewesen, wäre die Bilanz wahrscheinlich weniger dramatisch. (So wie Katrina vor Jahren in New Orleans besonders große Verwüstungen anrichtete, weil die Küstendämme seit Jahrzehnten kaum gewartet waren, womit sich die Wassermassen ungestört über die vielen Stadtteile ergießen konnten, die niedriger als der Meeresspiegel angelegt wurden.)  
Es gibt folglich keine guten Beweise für eine Häufung von starken tropischen Stürmen.  So gab es dieses Jahr viele Vorhersagen, dass nach dem letztjährigen „Sandy“-Desaster um New York die atlantische Hurrikane im Jahre 2013 zunehmen würden. Bis Anfang November war die Zahl der Hurrikane die niedrigste seit 1982.  Übrigens war Sandy nicht einmal ein tropischer Sturm, sondern das Produkt vom Aufeinanderprallen der Ausläufer eines Hurrikans mit einer vom Norden kommenden Kaltfront vor den Küsten New Yorks und New Jerseys.
Warum starben so viele Menschen auf den Philippinen? Weil die Bausubstanz in großen Teilen des  Landes miserabel ist. Die Opfer lebten meistens in Hütten aus Wellblech und Holz, die beim Sturm wie ein Kartenhaus zusammenfielen. Wenn dann noch die Bevölkerung an der Küste in einer Bucht wohnt, kann ein Sturm einen tödlichen Mini-Tsunami auslösen. Desweiteren sind Frühwarnsysteme und Katastrophenschutz nicht überall auf den Philippinen  vorhanden. Die Menschen landeinwärts haben Haiyan mit viel weniger Verlusten überlebt.
Herr Feyereisen beschwört die Unbelehrbarkeit des Menschen herauf. Menschen sind belehrbar, wenn klare Beweise vorlegt werden. Hat man diese nicht oder stellen die „Katastrophenszenarien“ sich als falsch oder übertrieben heraus, beschwört man  die Moral  herauf von der Fabel vom Hirtenjungen und dem Wolf: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!“
Jeder von uns ist um die Umwelt besorgt. Wir haben aber Angst, wenn zu schnell von Nicht-Experten mit der Moralkeule geschwungen wird, auch wenn es gut gemeint ist. Die Realität, und die Wissenschaft, die sich dieser Realität annähern will, ist viel komplexer und subtiler,  als  Umweltgruppen glauben. George Orwell sagte zurecht : „To see what is in front of one’s nose is a constant struggle“. Und genau hier liegt das Problem. Wer die Welt retten will, muss sie zuerst verstehen.


Robert Goebbels, Abgeordneter im Europäischen Parlament

Dr Tom Weidig, Physiker und Risikoexperte

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